
Eisliebe geht durch den Eisautomaten
Strahlender Sonnenschein, eine ausgebuchte Terrasse und glückliche Kunden. Das wünscht sich doch jeder Eiscafébetreiber. Von 2008 bis 2017 war dies der Alltag von Familie di Siro. Ihr Eiscafé im baden-württembergischen Wiesenbach erfreute sich großer Beliebtheit. Täglich versorgte die Familie gemeinsam mit elf Bestandsaushilfen die Eisliebhaber mit den Spezialitäten des Hauses. Trotz bester Bilanzen entschied sich die Familie für die Schließung ihres Ladens und setzt mittlerweile voll und ganz auf das Geschäft mit den XL Automaten.
Von der Geburtstagsfeier zum Eiscafé
Nicola di Siros Großeltern führten einst in Italien ein Eiscafé. Doch damit endete auch schon die Eis-Historie der Familie. „Mein Vater kam in den 60er Jahren als Gastarbeiter nach Deutschland“, blickt Nicola di Siro auf seine Familiengeschichte zurück. Nach einigen Jahren zog es ihn jedoch zurück in die Heimat, bis sich die Familie Anfang der 80er endgültig für Deutschland entschied. Die Kinder gingen hier zur Schule, lernten Berufe. Das Eisgeschäft spielte dabei keine Rolle in ihrem Leben.
Lediglich der Vater habe einmal kurz mit dem Gedanken eines eigenen Eiscafés gespielt, wie Nicola di Siro verrät. „Damals war ich gerade mit meinem Meister fertig. Da wollte ich ganz bestimmt kein Eiscafé eröffnen“, schmunzelt er. Doch die Geburt des ersten Kindes veränderte den Blick des Textilreiniger Meisters. Mehr Zeit für die Familie war ihm besonders wichtig. Seinen 30. Geburtstag feierte Nicola di Siro in einer Location, die ihn sofort begeisterte. „Hier würde ein Eiscafé richtig gut reinpassen“, sagte er sich damals. Als er erfuhr, dass der Inhaber den Laden tatsächlich aufgeben möchte, wurde aus der „Schnappsidee“ im Dezember, wie di Siro sie nennt, schnell Realität. Schon im März feierte er die Eröffnung seines Cafés.
Ein direkter Erfolg
Auf die Unterstützung seiner Familie konnte sich der Neu-Gastronom stets verlassen. Alle packten mit an. Bereits die erste Saison der di Siros lief so erfolgreich, dass sie im März 2009, Anfang der zweiten Saison, feststellten: Das schaffen wir nicht mehr alleine! Es brauchte personelle Unterstützung. Mit den Jahren wurde das Geschäft immer größer. Bis zu elf Bestandsaushilfen unterstützten die Familie bei der Arbeit in dem Café. Drei Mal wechselten sie die Location. Vergrößerten sich dabei immer wieder. Am Ende verfügt Familie di Siro über mehr als 100 Sitzplätze auf der Terrasse und weitere 40 Sitzplätze im Innenraum.
Das Ende des Cafés
„Es wurde einfach zu viel. Die Zeit mit der Familie und den Kindern zu wenig“, blickt Nicola di Siro zurück. Auch die Suche nach Aushilfen für das saisonale Geschäft stellten den Familienvater Jahr für Jahr vor eine Herausforderung. Ganz aufhören wollte er jedoch nicht. Daher setzte er ab 2018 auf das Togo-Geschäft. Am Vormittag produzierte er seine Eisspezialitäten. Ab 13 Uhr startete er dann den Verkauf. Eis auf die Hand lautete das Konzept. Als die Eissaison 2020 endete, schlugen Nicola di Siro und seine Frau einen neuen, innovativen Weg ein. Als Erste in der Region nahmen sie sich dem Thema Eis-Verkaufsautomaten an.
Volle Konzentration auf die Automaten
Nachdem ein Konzept entwickelt und Stellplatz im Nachbarort gefunden war, befüllte Nicola di Siro am 12. September 2020 seinen ersten Automaten. „Im ersten Jahr haben wir das Eis noch ganz klassisch mit dem Tupperschaber abgefüllt“, schmunzelt di Siro. Der erste Eisautomat war von Anfang an ein Erfolg: Sogar im Winter hat die Familie nun über den Eisautomaten jede Menge Eis verkauft. Klassische Eiscafés begeben sich Ende September in die Winterpause. So auch das Geschäft der Familie di Siro. Ein perfektes Timing als für die Inbetriebnahme des XL Automaten. Die Winterpause gab den di Siros außerdem genug Zeit und Kapazitäten sich voll und ganz auf den Eisautomaten zu konzentrieren. Konzept und Ablauf immer weiter zu optimieren. Der zweite XL Automat ließ daher nicht lange auf sich warten. Schon im Mai 2021 folgte dieser. Inzwischen betreiben sie neun Automaten in einem Radius von etwa 20 Kilometer rund um Wiesenbach.
Eisgenuss auf Knopfdruck
220 kleine Eisbecher sowie 56 Großbecher beherbergt jeder Automat. In den kleinen Bechern befinden sich etwa zweieinhalb Kugeln Eis. Eine Sorte. Mehrere Sorten in einen Becher zu füllen ist aufgrund der Nährwert- und Inhaltsstoffangabe auf den Etiketten nicht möglich. Drei Mal in der Woche fährt der Unternehmer seine Automaten ab. Füllt die Bestände auf und sorgt so für den Eisgenuss rund um die Uhr. Welche Sorten und wie viel im Automaten aufgefüllt werden muss, das sieht er in der zugehörigen App. Hier hat er alle Daten und Zahlen verfügbar. Dadurch weiß er auch, dass die Lust auf Eis keine festen Uhrzeiten kennt. In den Sommermonaten steigen die Verkäufe an warmen Tagen ab 22 Uhr. Um die Umwelt trotz Togo Geschäft zu schonen, hat sich Nicola di Siro ebenfalls Gedanken gemacht: Die Becher sind biologisch abbaubar. Sogar die Etiketten sind auf Graspapier gedruckt und stellen dadurch keine Belastung dar. Auf Plastiklöffel verzichtet er. Stattdessen gibt es Holzlöffel bei den kleinen Becher.
Regional und saisonal
Obwohl Nicola di Siro mittlerweile kein Eiscafé mehr betreibt, produziert er in der Hauptsaison gut 900 Liter Eis pro Woche. Und das an nur drei Tagen. „Wir haben zwei Milch- und einen Fruchtproduktionstag“, erklärt er. Die Grundrezepte stammen aus Italien. Die Rezeptur wurde mit der Zeit jedoch weiterentwickelt und angepasst. Er hat immer wieder ausprobiert, verändert und viele neue Sorten daraus entwickelt. Das Wichtigste ist dabei für ihn: Die Zutaten stammen alle aus der Region. „Unsere Zutaten stammen alle aus einem kleinen Radius rund um Heidelberg“, versichert Nicola di Saro. Daher wechseln die Eissorten saisonal. Anfang April, wenn die feldfrischen Erdbeeren eintreffen, ist das Erdbeereis der Verkaufsschlager schlechthin. Darauf müssen die Kunden im Winter jedoch verzichten. An heißen Sommertagen sind es allgemein die fruchtigen Sorbets, die die Eisliebhaber bevorzugen. Mitte Oktober wechselt das Sortiment. Dann stehen Marzipan, Birne und auch Apfelstrudel ganz hoch im Kurs.
Die Strategie hinter den Eisautomaten
Einfach einen Automaten aufstellen und schon geht es los. Ganz so einfach wollte es sich Nicola di Siro nicht machen. Er dachte von Anfang an strategisch bei der Wahl seiner Standorte. Gut erreichbar sollten diese sein und eine stabile Stromversorgung muss sicher gewährleistet sein. Aus Ortsmitten hält er sich jedoch raus. Stattdessen sind es vor allem größere Verbindungsstraßen, die für Nicola Di Siro interessant sind. Hier halten vor allem Autofahrer häufig kurz an und nehmen spontan ein Eis mit nach Hause. Doch auch kleinere Ortschaften ohne Eiscafé oder die Nähe zu einem Bahnhof sind wichtige Standorte für Nicola di Siro. Neben dem Standort ist eine stabile Stromversorgung ausschlaggebend. Daher nimmt der Betreiber immer zuerst Kontakt mit der jeweiligen Kommune auf. Findet sich hier kein gemeinsamer Nenner, geht er aktiv auf Gewerbetreibende zu.
Paola Eisliebe
Nach den ersten erfolgreichen Jahren im Eisautomaten Geschäft gründete Nicola di Siro 2022 die Paola Eisliebe GmbH. Außerdem stieg Marc Hoffmann als Gesellschafter mit ein. Auf die Eisautomaten allein verlassen will sich der Gründer nicht. Neben seinen neun Automaten betreibt er zusätzlich einen Eisverkaufswagen. Diesen nutzt er jedoch ausschließlich für Events und Feste. So kann er auf seine Produkte aufmerksam machen, Besucher überzeugen und an die Automaten verweisen. Viele Bewohner der Region kennen die Köstlichkeiten von Paola Eisliebe bereits aus der Corona Zeit. Als die Gaststätten und Cafés schließen mussten, hatten Hofläden mit Selbstversorgerautomaten weiterhin die Möglichkeit ihre Produkte zu verkaufen. In der Region hielt man in dieser schweren Zeit zusammen. „Viele Hofläden haben unser Eis aufgenommen“, erinnert sich Nicola di Saro zurück. Das sei bis heute so geblieben. Daher beliefert er auch weiterhin jede Woche einige Hofläden und auch zwei Betriebskantinen.
Die Eisautomaten Familie
„Es gibt Kinder, die Kaufen mit ihrem Taschengeld an unseren Automaten ihr erstes Eis“, erzählt der Familienvater stolz. Bereits im Alter von acht Jahren können die Kinder die Automaten selbstständig bedienen. Die ersten drei XL Automaten funktionieren klassisch mit Telemetrie. Die Kunden wählen ihr Eis aus und zahlen dieses direkt in bar. Das Mastermodul zeigt sich dagegen etwas moderner. Dieses macht vor allem größere Einkäufe leichter. Am Touchpad des Automaten stellen sich die Kunden ihren persönlichen Warenkorb zusammen. Ist der Auswahl-Vorgang beendet kann die Bestellung in einem Prozess bezahlt werden. Mehr als 30 Prozent nutzen hierfür die bargeldlose Bezahloption. Doch auch an den modernen XL Automaten mit Mastermodul können Eisliebhaber weiterhin mit Bargeld bezahlen.
Weiterführende Links
Nicola di Siros verwendet den XL-Eisautomaten mit dem XL-Mastermodul.



